Full Text Archive logoFull Text Archive — Free Classic E-books

Hans Huckebein by Wilhelm Busch

Adobe PDF icon
Hans Huckebein by Wilhelm Busch - Full Text Free Book
File size: 0.0 MB
What's this? light bulb idea Many people prefer to read off-line or to print out text and read from the real printed page. Others want to carry documents around with them on their mobile phones and read while they are on the move. We have created .pdf files of all out documents to accommodate all these groups of people. We recommend that you download .pdfs onto your mobile phone when it is connected to a WiFi connection for reading off-line.

This etext was prepared by Michael Pullen, globaltraveler5565@yahoo.com.

Hans Huckebein
Wilhelm Busch

Inhalt

Hans Huckebein, der Unglcksrabe.
Das Pusterohr.
Das Bad am Samstag Abend.

Hans Huckebein, der Unglcksrabe.

Hier sieht man Fritz, den muntern Knaben,
Nebst Huckebein, dem jungen Raben.

Und dieser Fritz, wie alle Knaben,
Will einen Raben gerne haben.

Schon rutscht er auf dem Ast daher,
Der Vogel, der mitraut ihm sehr.

Schlapp! macht der Fritz von seiner Kappe
Mit Listen eine VogelKlappe.

Beinahe htt' er ihn! Doch ach!
Der Ast zerbricht mit einem Krach.

In schwarzen Beeren sitzt der Fritze,
Der schwarze Vogel in der Mtze.

Der Knabe Fritz ist schwarz betupft;
Der Rabe ist in Angst und hupft.

Der schwarze Vogel ist gefangen,
Er bleibt im Unterfutter hangen.

"Jetzt hab' ich dich, Hans Huckebein!
Wie wird sich Tante Lotte freun!"

Die Tante kommt aus ihrer Tr;
"Ei!" spricht sie, "welch ein gutes Tier!"

Kaum ist das Wort dem Mund entflohn,
Schnapp! hat er ihren Finger schon.

"Ach!" ruft sie, "er ist doch nicht gut!
Weil er mir was zuleide tut!!"

Hier lauert in des Topfes Hhle
Hans Huckebein, die schwarze Seele.

Den Knochen, den er Spitz gestohlen,
Will dieser jetzt sich wieder holen.

So ziehn mit Knurren und Gekrchz
Der eine links, der andre rechts.

Schon denkt der Spitz, da er gewinnt,
Da zwickt der Rabe ihn von hint'.

O weh! Er sprint auf Spitzens Nacken,
Am ihm die Haare auszuzwacken.

Der Spitz, der rgert sich bereits,
Und rupft den Raben seinerseits.

Derweil springt mit dem Schinkenbein
Der Kater in den Topf hinein.

Da sitzen sie und schaun und schaun.--
Dem Kater ist nicht sehr zu traun.

Der Kater hackt den Spitz, der schreit,
Der Rabe ist voll Freudigkeit.

Schnell fet er, weil der Topf nicht ganz,
Mit schlauer List den Katerschwanz.

Es rollt der Topf. Es krmmt voll Quale
Des Katers Schweif sich zur Spirale.

Und Spitz und Kater fliehn im Lauf.--
Der grte Lump bleibt obenauf!!--

Nichts Schnres gab's fr Tante Lotte
Als schwarze Heidelbeerkompotte.

Dock Huckebein verschleudert nur
Die schne Gabe der Natur.

Die Tante naht voll Zorn und Schrecken;
Hans Huckebein verlt das Becken.

Und schnell betritt er, angstbeflgelt,
Die Wsche, welche frisch gebgelt.

O weh! Er kommt ins Tellerbord;
Die Teller rollen rasselnd fort.

Auch fllt der Korb, worin die Eier--
O jemine!--und send so teuer!

Patsch! fllt der Krug. Das gute Bier
Ergeit sich in die Stiefel hier.

Und auf der Tante linken Fu
Strzt sich des Eimer Wassergu.

Sie hlt die Gabel in der Hand,
Und auch der Fritz kommt angerannt.

Perdums! da liegen sie.--Dem Fritze
Dringt durch das Ohr die Gabelspitze.

Dies wird des Raben Ends sein--
So denkt man wohl--doch leider nein!

Denn--schnupp!--Der Tante Nase fet er;
Und nochmals triumphiert das Laster!

Jetzt aber naht sich das Malr,
Denn dies Getrnke ist Likr.

Es duftet f.--Hans Huckebein
Taucht seinen Schnabel froh hinein.

Und lt mit stillvergngtem Sinnen
Den ersten Schluck hinunterrinnen.

Nicht bel!--Und er taucht schon wieder
Den Schnabel in die Tiefe nieder.

Er hebt das Glas und schlrft den Rest,
Weil er nicht gern was brig lt.

Ei, ei! Ihm wird so wunderlich,
So leicht und doch absunderlich.

Er krchzt mit freudigem Getn
Und mu auf einem Beine stehn.

Der Vogel, welcher sonsten fleucht,
Wird hier zu einem Tier, was kreucht.

Und bermut kommt zum Beschlu,
Der alles ruinieren mu.

Er zerrt voll roher Lust und Tcke
Der Tante knstliches Gestricke.

Der Tisch ist glatt--der Bse taumelt--
Das Ende naht,--sieh da! er baumelt!

"Die Bosheit war sein Hauptplsier,
Drum", spricht die Tante, "hngt er hier!"

Das Pusterohr.

Hier sitzt Herr Bartelmann im Frein
Und taucht sich eine Brezel ein.

Der Franz mit seinem Pusterohr
Schiet Bartelmann ans linke Ohr.

Ei, Zapperment--so denkt sich der--
Das kam ja wohl von unten her!

Doch nein--denkt er--es kann nicht sein!
Und taucht die Brezel wieder ein.

Und--witsch--getroffen ist die Bretzen,
Herrn Bartelmann erfat Entsetzen.

Und--witsch--jetzt trifft die Kugel gar
Das Aug', das sehr empfindlich war.

So da dem braven Bartelmann
Die Trne aus dem Auge rann.

Ei, Zapperment--so denkt sich der--
Das kommt ja wohl von oben her!--

Aujau! er fllt--denn mit Geblase
Schiet Franz den Pfeil ihm in die Nase.

Da denkt Herr Bartelmann: Aha!
Dies spitze Ding, das kenn' ich ja!

Und freudig kommt ihm der Gedanke:
Der Franz steht hinter dieser Planke!

Und--klapp! schlgt er mit seinem Topf
Das Pufterohr tief in den Kopf!

Drum schie mit deinem Pftericht
Auf keine alten Leute nicht!

Das Bad am Samstag Abend.

Hier sieht man Bruder Franz und Fritzen
Zu zweit in einer Wanne sitzen.

Die alte Lene geht;--und gleich
Da treibt man lauter dummes Zeug.

Denn Reinlichkeit ist fr die zwei
Am Ende doch mur Spielerei.--

Jetzt will der Fritz beim Untertauchen
Nur seinen einen Finger brauchen.

Natrlich luft ihm was in Ohr,
Dem Franz kommt dieses lustig vor.

Das rgert aber Bruder Fritzen,
Drum fngt er an den Franz zu spritzen.

Doch der mit seiner groen Zehe
Tut Fritzen an der Nase wehe;

Dafr taucht Fritz den Kopf ihm nieder,
Was so im Wasser sehr zuwider.

Franz aber zieht an Fritzens Bein;
Der zappelt sehr und kann nicht schrein.

In Mund und Auge, zornentbrannt,
Greift jetzt die rachbegier'ge Hand.

Die Wanne wird zu enge
Fr dieses Kampfgedrnge.

Perdatsch!!--die alte, brave Lene
Kommt leider grad zu dieser Szene.

Sie spricht voll Wrde und voll Schmerz:
"Die Reinlichkeit ist nicht zum Scherz!!"

Und die Moral von der Geschicht':
Bad zwei in einer Wanne nicht!

Book of the day: